So schützen Sie sich gegen Smartphone-Abzocke

Wenn Sie eine Drittanbietersperre einrichten, können Sie sich viel Ärger ersparen. Denn schnell können Sie sich beim mobilen Surfen ein ungewolltes Abo einfangen, oder Opfer anderweitiger Abzock-Versuche werden. FOCUS Online erklärt Ihnen, wie Sie die Drittanbietersperre einrichten können.

Als Drittanbieter werden alle Anbieter bezeichnet, die neben Ihrem eigentlichen Mobilfunkanbieter wie Telekom, Vodafone oder O2, Dienstleistungen und Produkte auf Ihrem Smartphone anbieten dürfen.

Dies sind zum Beispiel Browserspiele, die zunächst als kostenlose App angeboten werden, aber dann ständig mit zusätzlichen InApp-Käufen locken, ohne die das Spiel kaum Sinn macht.

Auch die gefürchteten Abo-Dienste, bei denen Sie sich unversehens ein Jahresabonnement für Unsinn wie Klingeltöne einhandeln, zählen zu diesen Dienstleistungen.

Kassiert wird per WAP-Billing, d. h., die Drittanbieter dürfen ihre Gebühren über die Mobilfunkrechnung einziehen. Tauchen plötzlich seltsame Beträge auf Ihrer Mobilfunkrechnung auf, können Sie zwar bei Ihrem Mobilfunkanbieter dagegen protestieren, doch meist ist es schwer nachzuweisen, dass Sie unbewusst in die Abofalle getappt sind.

Drittanbietersperre bietet den besten Schutz

Schützen Sie sich vor Abo-Diensten und anderen Kostenfallen, indem Sie eine Drittanbietersperre einrichten. Damit ist Ihr Smartphone geschützt. Seit Mai 2012 sind die Mobilfunkanbieter nach § 45 d des Telekommunikationsgesetzes verpflichtet, eine solche Drittanbietersperre anzubieten. Der Ablauf ist dabei je nach Anbieter leicht unterschiedlich.

Sperrmöglichkeiten verschiedener Anbieter

  • Bei der Telekom kann die Drittanbietersperre im Kundencenter vorgenommen werden. Als einer der wenigen Anbieter erlaubt es die Telekom, die Sperre individuell zu konfigurieren. So können zum Beispiel InApp-Käufe, Erotikdienste, Chats, Routenplaner etc. gesperrt werden, während die Möglichkeit, Fahrscheine für die Bahn oder den örtlichen Nahverkehr per Handy zu kaufen, weiterhin gegeben ist. Bei einer allgemeinen Sperre sind dagegen keinerlei Bezahlvorgänge per Smartphone (bei Abrechnung über die Mobilfunkrechnung) möglich. Alternativ können Sie die Drittanbietersperre auch über die Hotline 2202 der Telekom erreichen.
  • Bei Vodafone gilt das Prinzip “Ganz oder gar nicht”: Das Unternehmen erlaubt nur die komplette Sperre aller Drittanbieter und keine individuelle Konfiguration. Die Einstellung können Sie im Kundenkonto MeinVodafone unter Mobilfunk-Rechnung à Mobiles Bezahlen ändern. Wählen Sie “Status ändern” und setzen Sie ein Häkchen unter “Nein, ich möchte Vodafone Mobiles Bezahlen nicht mehr nutzen”. Alternativ können Sie die Hotline unter 1212 erreichen (für Vodafone CallYa gilt die Nummer 0229).
  • Bei O2 ist wie bei der Telekom eine Auswahl der gewünschten und ungewünschten Drittanbieter möglich. Die Einstellungen können im eigenen Kundenkonto vorgenommen werden oder telefonisch bei der Hotline unter 55222.
  • Bei E-Plus und den Töchtern BASE, ALDI Talk und Yourfone können Sie die Sperre durch einen Anruf bei der Hotline unter 1157 vornehmen lassen. Wie Vodafone bietet E-Plus nur eine “Ganz oder gar nicht”-Sperre an.
  • Bei Klarmobil erfolgt die Sperrung ebenfalls telefonisch bei der Hotline unter 040 – 34 8585 300 (Vertragskunden) bzw. 040 – 34 8585 305 (Prepaid).
  • Congstar bietet die praktische Möglichkeit an, den Live Support Chat auf der Website zu nutzen. Dieser ist täglich zwischen 8:00 und 22:00 Uhr aktiv. Daneben kann auch hier die Hotline unter 0180 – 632 4444 kontaktiert werden, allerdings nur montags bis freitags.

Drittanbietersperre wieder aufheben

Möchten Sie die Drittanbietersperre wieder aufheben, können Sie die Einstellungen wie oben beschrieben auch jederzeit wieder rückgängig machen. Sie können aber für bestimmte Dinge auch andere Zahlungswege nutzen. Möchten Sie nicht auf den bequemen Kauf von Fahrkarten per Smartphone verzichten, können Sie bei den meisten Verkehrsbetrieben auch per Kreditkarte oder PayPal bezahlen.

So schützen Sie sich vor Abofallen

Ein vollständiger Schutz vor Abofallen ist kaum möglich, wenn Sie auf eine Drittanbietersperre verzichten. Gratis-Apps finanzieren sich ausschließlich aus Werbung und die Anbieter sind froh über jeden Werbekunden. Dies macht es auch Drittanbietern leicht, die ihre Abofallen als Werbung tarnen und ein Banner ist auf dem kleinen Smartphone-Bildschirm schnell aus Versehen angetippt.

Versuchen Sie Gratis-Apps so weit wie möglich zu vermeiden und setzen Sie auf werbefreie Apps, für die Sie einmalig einen geringen Betrag zahlen. So unterstützen Sie auch die Programmierer, die die Apps entwickelt haben.

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