Dieses Handy hat nen Turbolader

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Der chinesische Handyhersteller Meizu zeigt auf dem Mobile World Congress eine Technik, die Akkuladezeiten drastisch reduzieren soll. Aber ein Problem bleibt.

SPIEGEL ONLINE

Man werde Apple und Samsung mit einer neuen Technologie herausfordern: Mit dieser noch recht kryptisch klingenden Ankündigung lockte der kleine chinesische Handyhersteller Meizu Neugierige zu seiner Pressekonferenz auf dem Mobile World Congress.

Am Messestand wurde dann schnell klar, was Meizu vorhat. Die Firma versucht, ein zentrales Smartphone-Problem zu lösen: die lange Ladedauer der Geräte. Viele Smartphone-Nutzer dürften das kennen – und ihr Gerät jede Nacht ans Kabel hängen.

Meizu präsentierte nun eine neue Ladetechnik, mit der Smartphone-Akkus schneller als bisher aufgeladen werden können – viel schneller. Meizu verspricht, dass ein Smartphone-Akku mit der neuen Technik binnen 20 Minuten voll aufgeladen werden kann.

Die Pressekonferenz wurde dann allerdings langsam, sehr langsam – fast schon eine Geduldsprobe. Meizus Pressesprecherin demonstrierte live in Echtzeit, wie schnell sich ein vollkommen entladenes Smartphone mit einem klobigen Meizu-Ladegerät wieder aufladen lässt.

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Rund 20 Minuten lang blieb den Besuchern im Folgenden, geduldig auszuharren. Im Fünfminutenabstand meldete die Sprecherin einen Zwischenstand: “Jetzt sind es schon 17 Prozent!”

Strom, viel Strom

Immerhin gab es in der Zwischenzeit ein paar Informationen zu der von Meizu Super mCharge genannten Technik. Demnach basiert das System auf leicht modifizierten Lithium-Ionen-Akkus, die so verändert werden, dass sie den gegenüber anderen Handys höheren Belastungen beim Aufladen gewachsen sind. Denn das Ladegerät pumpt den Strom mit elf Volt und fünf Ampere, was einer Leistung von 55 Watt entspricht, in den Akku. Zum Vergleich: Ein normaler Standard-USB-Anschluss liefert 2,5 Watt.

Damit es den Akku dabei nicht zerreißt, wird der Ladevorgang von einer Elektronik überwacht, die ständig Spannung und Stromstärke kontrolliert. Zwingend notwendig ist auch die Verwendung eines besonderen USB-3-Ladekabels, das Belastungen von bis zu 160 Watt aushalten kann.

Das Ergebnis des Aufwands: Bei der Live-Demo auf dem MWC war der Akku schon nach 18:55 Minuten wieder voll – und die Zuschauer wurden endlich erlöst.